Alle Etappen

Finale, Donnerstag 17.09.2009

Reichstag

Berlin, Berlin

Nach elf Tagen erreichte der Fachverband Biogas e.V. mit seinem Hightech-Fahrrad „Velomobil“ die Bundeshauptstadt Berlin. Rund 40 Stationen wurden während dieser Zeit angefahren und besichtigt, unter anderem die neue Biogas-Wärmeversorgung der Havellandkliniken in Nauen, das Bioenergiedorf Reiffenhausen, die erste Biogastankstelle Deutschlands in Jameln, die Biogas-Einspeiseanlagen in Homberg und Lüchow sowie einige Unternehmen der Branche.

Beim Empfang der Biogas-Tour vor dem Reichstag sicherte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, Ursula Heinen-Esser, dem Präsidium des Fachverbandes Biogas stabile Rahmenbedingungen zu. „Die Potenziale des erneuerbaren Energieträgers Biogas müssen noch stärker und effizienter genutzt werden. Hierzu ist ein verlässliches Erneuerbare-Energien-Gesetz erforderlich und eine wegweisende Regelung, um die Biogaseinspeisung aus dezentralen, landwirtschaftlichen Anlagen zu verbessern.“

Staatssekretärin Heinen-Esser trug sich zum Abschluss in das Tourbuch ein, das während der vergangenen elf Tage mit den Wünschen und Vorstellungen von Anlagenbetreibern, Politikern und Unternehmern gefüllt wurde. Nach der Bundestagswahl soll dieses Dokument der neuen Regierung übergeben werden.

„Die Biogas-Tour hat der Öffentlichkeit gezeigt, wie vielseitig Biogas genutzt werden kann“, freut sich Claudius da Costa Gomez, Geschäftsführer des Fachverbandes Biogas, der den letzten Streckenabschnitt nach Berlin gefahren ist. „Wir haben auf der elftätigen Deutschland-Reise von der Bevölkerung, von zahlreichen Politikern und den Medien eine sehr positive Resonanz für Biogas erfahren. Das Interesse an dieser erneuerbaren Energieform ist enorm.“

10. Etappe, Mittwoch 16.09.2009

krankenhaus Nauen

Biogas-Wärme für Havellandklinik in Nauen

Pünktlich zur feierlichen Inbetriebnahme der neuen Wärmeversorgung der Havellandkliniken traf die Biogas-Tour in Nauen ein. Die Klinik Nauen bezieht künftig rund 50% der Wärme von der Biogasanlage der Fa. AEV Biogasanlage Nauen GmbH, die am Stadtrand liegt. Alle Substrate für die Fütterung der Anlage kommen aus dem Stadtbereich, u.a. von der Fa. Agra Farm GmbH. Klinikchef Jörg Grigoleit betonte die Bedeutung des Konzeptes für den lokalen Klimaschutz und für die "kalkulierbare, wirtschaftliche Energieversorgung" der Havellandkliniken. "Dieses Projekt ist ein Paradebeispiel für die Entwicklung eines regionalen Wirtschaftskreislaufes", sagte Bürgermeister Detlef Fleischmann. "Die Zusammenarbeit von Landwirtschaft, Anlagenbetreibern und Medizinern hat neue Wege eröffnet."

Claudius da Costa Gomez überbrachte die Glückwünsche des Fachverbandes Biogas. "Für die weitere Entwicklung der Biogas-Nutzung brauchen wir solche Leuchttürme wie hier in Nauen."

rhinow

Biogas für Rhinow

Auch die Biogasanlage in Rhinow (Arnold-Blume Bioenergie GmbH) überzeugt mit einem wegweisenden Wärmekonzept. Die freiwerdende Wärme wird für die Beheizung von Rhinower Haushalten genutzt. Bis zum Beginn der Heizperiode sollen die ersten Häuser in Rhinow an das neue Versorgungsnetz angeschlossen sein. Ziel ist es, bis zu 50 Prozent aller Haushalte mit Wärme aus erneuerbaren Energien zu beheizen. Die Bundestagsabgeordnete Dr. Kirsten Tackmann (Die Linke) begrüßte dies ausdrücklich: "Der lokalen Nutzung von Energie gehört die Zukunft. Biogas stärkt die Wertschöpfung vorort und stützt die heimische Landwirtschaft."

Der Tourteam um Geschäftsführer da Costa Gomez (Fachverband Biogas) wurde u.a. von Detlev Blume (Arnold-Blume Bioenergie), Amtsdirektor Gerd Jendretzky (Amt Rhinow) und Gerhard Stockenbrand (Agrargenossenschaft Havelland, Kreisbauernverband) begrüßt.

bruecke

Auf der Brücke von Strodehne

Für einen Fototermin machte die Biogas-Tour an der Havelbrücke bei Strohdehne Halt. Dort traf der Fachverband Biogas auf Bernd Schneider, den Brandenburger Biogas-Pionier, und Bernd Schulz, der sich seit vielen Jahren für die Entwicklung der Biogasenergie einsetzt. Claudius da Costa Gomez, Geschäftsführer des Fachverbandes Biogas, bedankte sich herzlich für das Engagement der beiden. Dann radelte er mit dem Velomobil über die Havel - und führte die Tour nach Brandenburg.

9. Etappe, Dienstag 15.09.2009

mechau

Vom Wendland in die Altmark: Biogas in Mechau

Die Biogas-Tour erreicht die Altmark in Sachsen-Anhalt. Die Biogasanlage in Mechau - betrieben von der MVV Energiedienstleistungen - erzeugt aus nachwachsenden Rohstoffen jährlich 4.600 Megawattstunden Strom und kann damit mehr als 1.000 Haushalte versorgen. Die Abwärme von etwa 2.300 Megawattstunden Nutzwärme nutzt der ortsansässige international tätige Hersteller von Dämmstoffen, die JACKON Insulation GmbH, als Prozesswärme. MdB Marko Mühlstein (SPD) lobte das innovative Energiekonzept: "Diese Anlage ist ein Vorbild, das viele Nachahmer finden sollte. Die lokale Nutzung der Abwärme sorgt für eine hohe Effizienz und Wirtschaftlichkeit der Biogaserzeugung."

Das Konzept der Anlage erläuterten Burkhard Thiede (Betreiber Biogasanlage Mechau, Sprecher des Fachverbandes Biogas), Enrico Betrram (Abteilungsleiter Jackon Insulation), Rolf Schulenburg (Bio-Energie-Service Jeetze) und Karl Stoltze (Tier- und Saatzucht GmbH Mahlsdorf).

dreyerbossegorleben

Dreyer & Bosse in Gorleben

Die Firma Dreyer & Bosse produziert Blockheizkraftwerke für Biogasanlagen, Steuerungstechnik und Anlagen zur Strom- und Wärmeversorgung. Die beiden Geschäftsführer Felix Fröhlich und Detlef Schulz berichteten den vielen Gästen des Tourempfangs über die Ausbaupläne des Unternehmenssitzes und ein neues Vorzeigeprojekt im Bereich Biogasaufbereitung. Die anwesenden Bundestagskandidaten Andreas Meihsies (Bündnis90/Die Grünen), Johanna Voss (Linke) und Eckhard Pols hoben unisono die Bedeutung der Biogas-Energie für den ländlichen Raum hervor. "Für eine klimafreundliche Energieversorgung ist Biogas ein wesentlicher Faktor", sagte Andreas Meihsies, der die Forderung des Fachverbandes Biogas nach einem Erneuerbaren-Gas-Einspeisegesetz unterstützt. Auch Johanna Voss sieht hierin den "entscheidenden Hebel für die Landwirtschaft, um Bio-Erdgas in die Gasnetze einzuspeisen."

luechow

100% Erneuerbare Energien in Lüchow

Offizieller Empfang der Biogas-Tour auf dem Marktplatz von Lüchow. Bürgermeister Karl-Heinz Schultz stellte den Gästen die Energie-Vision seiner Kommunen sowie des Landkreises Lüchow-Dannenberg vor: "Wir wollen uns komplett mit Erneuerbaren Energien versorgen. Biogas kann hierfür einen großen Anteil leisten, gerade in unserer landwirtschaftlichen Region."

Mit dem Velomobil ging es dann in Lüchow weiter zur Biogasanlage BioWend, die von der Firma Agri Capital betrieben wird. Michael Hauck (Leiter Unternehmenskommunikation) und Betriebsleiter Ralf Beulke stellten das neue Anlagenkonzept vor. Das erzeugte Roh-Biogas wird nicht mehr vorort in einem Blockheizkraftwerk verstromt, sondern nach der Aufbereitung in das Gas-Fernleitungsnetz der Eon Avacon eingesepeist. Dadurch kann die energetische Nutzung von Strom und Wärme an anderer Stelle - wo genügend Nachfrage vorhanden ist - erfolgen. Heimische Landwirte liefern die Biomasse zur Fütterung der Biogasanlage.

jameln

Jameln tankt Biogas

Das Wendland ist ein Energieland. Während der jahrzehntelangen Auseinandersetzung um das Endlager Gorleben ist eine Vielzahl von innovativen Projekten rund um Erneuerbare Energien und dezentrale Wirtschaftskonzepte entstanden. So besuchte die Biogas-Tour am Morgen die bundesweit erste Biogastankstelle in Jameln, die seit 2006 in Betrieb ist, und betankte das Begleitfahrzeug mit Jamelner Biogas. "Wir erzeugen unser Gas in der rund 800 m entfernten Biogasanlage und führen es über eine Gasleitung zur Tankstelle", erläuterte Matthias Belitz von der Betreibergenossenschaft. Wegen der großen Nachfrage denkt man in Jameln bereits über den Ausbau der Anlage nach.

8. ETAPPE, MONTAG 14.09.2009

stoetze

Beginn der Maisernte in Stoetze

Michel Borgard, Mitbetreiber der Biogasanlage, und zahlreiche Gäste aus Politik, Behörden und der Landwirtschaft empfingen die Biogas-Tour auf der Anlage in Stoetze (Landkreis Uelzen). Henning Gottschalk, Präsidiumsmitglied des Fachverbandes Biogas, betonte bei seiner Begrüßung das Potenzial von Biogas für die dezentrale Energieversorgung und Wertschöpfung. Auch MdL Jörg Hilmer (CDU) unterstrich diese Qualitäten von Biogas. MdB Brigitte Pothmer (Bündnis90/Die Grünen) sicherte den anwesenden Anlagenbetreibern und dem Fachverband Biogas zu, dass ihre Partei "geschlossen hinter dem Ausbau der Biogasnutzung" stehe. Die Forderung nach einem Erneuerbaren-Gas-Einspeisegesetz begrüßte sie ausdrücklich. Damit könnten auch kleinere Landwirtschaftsbetriebe das aufbereitete Biogas ins Erdgasnetz einspeisen.

Weitere Gäste waren u.a. Heinz Schulze (Bürgermeister Stoetze), Herbert Rätzmann (Bürgermeiser der Samtgemeinde Rosche), Rainer Fabel (Kreisverband Uelzen, FDP) sowie zahlreiche Anlagenbereiber, Kollegen und Einwohner von Stoetze.

celle2

Neue Studie für Biogas-Konzepte in Eschede

In Eschede wurde beim Tourempfang die Förderzusage für eine Machbarkeitsstudie zur Biogasnutzung bekannt gegeben. In der Leader-Region Lachte-Lutter-Lüß gibt es 11 Biogasanlagen, die aktuell nur einen kleinen Teil der entstehenden Abwärme nutzen können. Die Studie soll ausloten, ob zum Beispiel ein Wärme-Contracting zwischen den Landwirten als Anbietern und der Kommune wirtschaftlich und sinnvoll sei.

Die Tourvertreter wurden begrüßt von Wilfried Nieberg (Samtgemeinde Eschede), Jürgen von Haaren, Regionalmanagerin Frau Wojahn (beide Landwirtschaftskammer Niedersachsen), Steffen Breyer (GLL Verden) und heimischen Biogasanlagenbetreibern.

celle

Biogasanlage Eicklingen im Landkreis Celle

Im landwirtschaftlich geprägten Landkreis Celle gibt es 35 Biogasanlagen – Tendenz steigend. Die Biogas-Tour besuchte die Hof-Biogasanlage der Familie Markgraf, die mit Gülle, Mais und Ganzpflanzensilage gefüttert wird. Mit der Abwärme wird der Ferkelaufzuchtstall, eine Getreidetrocknung und das Wohnhaus beheizt. „Damit sparen wir rund 28.000 Euro an Heizkosten für Erdgas“, sagte Herr Markgraf. Biogas ist für die Landwirte in der Region mittlerweile ein wichtiges Standbein. Dies unterstrich auch Ernst-Ingolf Angermann, Bürgermeister der Nachbargemeinde Langlingen, der zum Empfang gekommen war. Die Anlage in Eicklingen wurde von EURO Biogas gebaut.

hannover

Tourfrühstück im Rathaus Hannover

Bürgermeisterin Ingrid Lange von der Stadt Hannover empfing die Biogas-Tour am Rathaus Hannover. Gemeinsam mit MdB Edelgard Bulmahn, Bundesministerin a.D. (SPD), begrüßte sie die weit gereisten Tourgäste und lobte das "großartige Engagement" für das Image der Biogas-Energie. Edelgard Bulmahn, die als Forschungsministerin den Ausbau der Erneuerbaren Energien stark gefördert hatte, hob die Vielseitigkeit von Biogas hervor. "Beim Umbau der Energieversorgung auf Erneuerbare Energien kommt Biogas eine entscheidende Rolle zu, weil sie grundlastfähig ist und gespeichert werden kann. Damit können die Schwankungen von Wind- und Solarenergie ausgeglichen und gesteuert werden."

7. ETAPPE, SONNTAG 13.09.2009

miersch

Ronnenberg erzeugt Biogas für Hannover

Die Biogas-Tour erreicht die Biogasanlage Ronnenberg, die von fünf Landwirten betrieben wird. Die Firma BIRO speist aufbereitetes Biogas ins Erdgasnetz von enercity, dem Energieversorger von Hannover, ein. Diese Energie aus nachwachsenden Rohstoffen kann etwa 1400 Einfamilienhäuser mit Strom und Wärme versorgen.

MdB Matthias Miersch (SPD) und der Ronnenberger Bürgermeister Wolfgang Walther hießen die Biogas-Tour willkommen. Miersch wies in seiner Rede auf die essentielle Bedeutung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes hin. "Die Biogas-Tour des Fachverbandes Biogas ist wichtig, um die Rolle von Biogas in der Öffentlichkeit bekannter zu machen."

Maria Flachsbarth

Biogas-Tour auf Ideen-Expo in Hannover

MdB Maria Flachsbarth (CDU) begrüßte die Tour in Laatzen (kurz vor Hannover) und drehte eine Testrunde im Velomobil. Attestiert wurde sie von MdL Christoph Dreyer (CDU) und Bürgern aus Laatzen. "Das Erneuerbare-Energien-Gesetz bleibt so wie es ist, auf jeden Fall bis zur festgesetzten Überprüfung im Jahr 2011", betonte Flachsbarth, die als Berichterstatterin ihrer Fraktion für das Erneuerbare-Energien-Gesetz fungiert.

Im Anschluss daran ging es zur Ideen-Expo, die in den Messehallen stattfand. Hier traf Maria Flachsbarth am Stand der KWS AG, die sich auf die Züchtung von Pflanzen für die Biogasnutzung spezialisiert hat, auf Hannovers Bürgermeisterin Ingrid Lange. Die Politikerinnen sprachen sich für den verstärkten Ausbau des Sympathieträgers Biogas aus und trugen sich in das Tourbuch ein. Dieses wird der Fachverband Biogas bei der Bildung der neuen Regierung zur Flankierung seiner Forderungen überreichen.

Sarah Gerig

Biogaseinspeisung in Hardegsen

Zu Beginn der sechsten Tagesetappe erreichte das Velomobil, ein High-Tech-Fahrrad, die Biogasanlage Hardegsen. Dort wurde das Tourteam um Dr. Sarah Gerig (Präsidiumsmitglied des Fachverbandes) und Regionalreferent Jörg Scheibe von Michael Sonntag (Projektleiter Gaseinspeisung, Eon-Mitte), Frank Ahrens und Michael Schnelle (beide sind Mitarbeiter des Anlagenbetreibers C4 Energie) empfangen. Die Biogasanlage wurde im April 2009 in Betrieb genommen und wird jährlich rund 50 Mio. Kilowattstunden einspeisen, womit etwa 3.000 Haushalte mit Energie versorgt werden können. „Die Nachfrage unserer Kunden nach Wärmeenergie aus klimafreundlichem Biogas ist hoch“, erläuterte Michael Sonntag. Das in Hardegsen eingespeiste Biogas wird an sechs Standorten genutzt, unter anderem für die Wärmeversorgung des Schwimmbades in Baunatal sowie einer Klinik in Lichtenau.

„In Hardegsen sieht man, welch enormes Potenzial im Bereich der Einspeisung von Biogas besteht“, sagte Dr. Sarah Gerig. Mit der Forderung eines eigenständigen Erneuerbaren-Gas-Einspeisegesetzes (EGE) soll die bisher geringe Einspeisequote von Biogas ins Erdgasnetz deutlich erhöht werden. Laut Prognose des Fachverbandes Biogas können damit bis zum Jahr 2020 rund 10.000 neue Arbeitsplätze in der Biogas-Branche und 10 Milliarden Euro am Standort Deutschland investiert werden.

6. ETAPPE, SAMSTAG 12.09.2009

biogas kids

Neues Bioenergiedorf Reiffenhausen

Am Ende der sechsten Tagesetappe erreichte die Biogas-Tour heute das Bioenergiedorf Reiffenhausen. Dort wurde das Tourteam von Vertretern des Landkreises, der Göttinger Hochschulen und der Bioenergiegenossenschaft empfangen. Auf seinem Weg nach Berlin steuert die Tour täglich Orte an, die bereits auf fortschrittliche, klimaschonende Biogaserzeugung setzen. Kreisrätin Christel Wemheuer begrüßte die Gäste und stellte die Projekte des Landkreises zur Förderung der Bioenergie vor. „Besonders glücklich sind wir,“, so Wemheuer, „dass nahezu alle Biogasanlagen im Landkreis über ein überzeugendes Wärmenutzungskonzept verfügen. Nur so wird die eingesetzte Biomasse wirklich effektiv genutzt.“

In Reiffenhausen produziert der Land- und Energiewirt Marcus Stieg seit zwei Jahren mit Hilfe einer Biogasanlage und einem Blockheizkraftwerk Strom und Wärme. Den Strom speist Stieg in das Netz des örtlichen Stromversorgers ein. Zur Nutzung der anfallenden Wärme wird derzeit nach dem Vorbild von Jühnde an einem vier Kilometer langen Nahwärmenetz gebaut, das bis zum Ende des Jahres bei etwa der Hälfte der Dorfbewohner für warme Stuben sorgen wird. Neben der Biogasanlage liefert ein Holzhackschnitzelheizwerk die notwendige Wärme für das Dorf. Die Projekte werden jeweils von dörflichen Genossenschaften getragen, die in den letzten Jahren mit ungeheurem Einsatz die Voraussetzungen zur Realisierung der siebenstelligen Investitionen geschaffen haben. Gefördert werden die Projekte von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und aus dem LEADER-Programm der Europäischen Union.Die Idee zur Schaffung von Bioenergiedörfern wurde beim Interdisziplinären Zentrum für Nachhaltige Entwicklung (IZNE) der Universität Göttingen entwickelt und erstmals in Jühnde umgesetzt.

homburg

Biogas-Einspeisung in Homberg

Mittlerweile gibt es in Deutschland rund 20 Anlagen, die Biogas, das auf Erdgasqualität aufbereitet ist, ins Erdgasnetz einspeisen. Im hessischen Homberg wird im Herbst 2009 eine weitere Einspeiseanlage in Betrieb genommen, die als Kooperationsprojekt des Kreisbauernverbandes Schwalm-Eder, der Städtischen Werke Kassel und des Maschinenrings Schwalm-Eder konzipiert ist. Das sogenannte "Homberger Modell" wurde von Hans Niesen (Geschäftsführer Biogas Homberg) und Dr. Harald Bräutigam (Geschäftsführer Maschinenring) vorgestellt. Staatssekretär Marc Weinmeister vom Hessischen Umweltministerium begrüßte die innovative Kooperation von Landwirtschaft und Energiewirtschaft auf dem Gebiet der Gaseinspeisung. "Mit der Forderung nach einem eigenständigen Erneuerbaren-Gas-Einspeisegesetz laufen Sie bei mir offene Türen ein", sagte Weinmeister zu Manuel Maciejczyk vom Fachverband Biogas. Damit können auch kleinere Anlagenbetreiber in der Landwirtschaft das erzeugte Biomethan ins Gasnetz einspeisen, wenn z.B. keine sinnvolle Nutzung der freiwerdenden Wärme vorort möglich ist. Der Europaabgeordnete Martin Häusling (Bündnis 90/Die Grünen) wird sich für das Erneuerbare-Gas-Einspeisegesetz in Brüssel einsetzen. Seit Mitte der 90er Jahre engagiert sich Häusling intensiv für den Ausbau der Biogasnutzung.

5. ETAPPE, FREITAG 11.09.2009

bad hersfeld

Kompetenz für Biogas in Bad Hersfeld

Am Freitag nachmittag erreichte die Biogas-Tour den Rathausplatz in Bad Hersfeld. Bürgermeister Hartmut Böhmer, zahlreiche Vertreter der Kommune, Bundestagskandidat Thomas Fehling (FDP) und Anhänger der erneuerbaren Biogas-Energie begrüßten die Initiative des Fachverbandes Biogas. Biogas spielt in Bad Hersfeld seit Jahren eine wichtige Rolle, unter anderem durch die Aktivitäten des ortsansässigen Landwirtschaftszentrum Schloß Eichhof. Dr. Klaus Wagner, Leiter des Kompetenzzentrums für Bioenergie, stellte die Arbeiten und Projekte im Bereich Biogas vor. Die Nutzung von Biogas soll in Bad Hersfeld in den nächsten Jahren deutlich ausgebaut werden, so verabschiedete Bürgermeister Böhmer die Tourfahrer.

arnold

Biogas-Tour kommt in Fulda an

Die Stadt Fulda empfing den Tour-Tross im Ehrenhof des Stadtschlosses. Vor der historischen Kulisse wies Stadtrat Wolfgang Arnold auf die Bedeutung von Erneuerbaren Energien für die gesamte Region hin. Manuel Maciejczyk vom Fachverband Biogas stellte die Forderungen der Biogas-Branche dar, die sich vor allem auf den Erhalt des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) konzentrieren. "Das EEG ist der entscheidende Impuls für die positive Entwicklung unserer Branche in den letzten Jahren. Diskussionen über mögliche Änderungen sind auf der ganzen Linie kontraproduktiv." In Hessen gebe es, laut Maciejczyk, noch enorme Potenziale für eine nachhaltige Biogasnutzung, wovon vor allem die Landwirtschaft profitieren kann. Hierzu wird auch die Gaseinspeisung ins öffentliche Gasnetz beitragen, die durch ein eigenständiges Erneuerbares-Gas-Einspeisegesetz forciert werden soll.

4. ETAPPE, Donnerstag 10.09.2009

fell

Starker Auftritt in der Region

Beim Oberbürgermeister der Stadt Würzburg Georg Rosenthal rennt der Fachverband Biogas offene Türen mit seinen Forderungen und der Energie-Tour ein. Er bestätigt das große Potential von Biogas und begrüßt die Steigerung des Biogas-Einsatzes in der Region. Mit der Planung von Biogas-Projekten für die Stadt Würzburg will Oberbürgermeister Rosenthal den Standort und die regionale Energieversorgung gezielt stärken.

Nach dem Empfang beim Oberbürgermeister ging es in Würzburg weiter zur Kundgebung der Bundestagsabgeordneten Christine Scheel und Hans-Josef Fell, dem Wegbereiter des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (beide Bündnis90/Die Grünen). Hans Friedmann, Vize-Präsident des Fachverbandes Biogas wies dabei auf die enormen Potenziale von Biogas hin. Diese müssen nun auch über die Fachöffentlichkeit hinaus an Politik, Medien und die Bürger vermittelt werden. "Wir brauchen eine klare und konsequente politische Linie, die nachhaltige Investitionen in die zukunftsfähige Biogas-Energie ermöglicht," forderte Friedmann von den Vertretern des Parlaments.

velo

Biogasanlage Simmershofen – Pionier in der Region

Mit einem Tour-Frühstück begrüßte das Familien-Unternehmen Schmidt und befreundete Anlagenbetreiber aus der Region die Tourteilnehmer auf ihrer Biogas-Anlage in Simmershofen. Die Anlage produziert umweltfreundlichen Strom, der ins öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Zudem wird die Abwärme, die bei der Stromerzeugung entsteht, für die Wärmeversorgung von rund 30 Haushalten in der näheren Umgebung genutzt. In den nächsten Monaten sollen weitere Familien in der Ortschaft Simmershofen über ein lokales Wärmenetz von der Biogasanlage versorgt werden.

3. ETAPPE, MITTWOCH 9.9.2009

schmitt

Biogas in Bad Windsheim

Bad Windsheim ist Biogas! Bürgermeister Ralf Ledertheil, Landrat Walter Schneider, Vertreter der Kommune sowie der parlamentarische Staatssekretär Dr. Christian Schmitt (CSU) bereiteten der Biogas-Tour einen tollen Empfang vor der weit bekannten Bad Windsheimer Therme. Den letzten Streckenabschnitt legte Volker Goller (Fa. Bio-Energie Bad Windsheim) unterstützt von seinen Kollegen und Freunden im Tour-Velomobil zurück. Damit sollte auch die energetische Verbindung von Biogasanlage und Thermalbad hingewiesen werden, dessen Beheizung über die Abwärme der Biogasanlage erfolgt. Auf diese Weise werden jährlich 300.000 Liter Heizöl und die bei der Verbrennung entstehenden CO2-Emissionen eingespart. Landrat Schneider wies darauf hin, dass die Erneuerbaren Energien und Biogas eine entscheidende Rolle für die zukünftige Energieversorgung und die Wertschöpfung in ländlichen Regionen spielen. Diese Einschätzung teilte auch Staatssekretär Christian Schmitt, der zum Abschluss einige Testrunden im Velomobil absolvierte.

fh

Landwirtschaftliche Lehranstalten Triesdorf

Großer Bahnhof in Triesdorf, auf dem Campus der Landwirtschaftlichen Lehranstalten: Otto Körner (Leiter der Lehranstalten), Johann Sedlmeier, Bundestagskandidat Reiner Erdel (FDP), Anlagenbetreiber aus der Region und Mitarbeiter der Fa. Agricom begrüßten die Biogas-Tour und eskortierten das Velomobil auf den letzten Kilometern.

Otto Körner und "Mister Biogas" Johann Sedlmeier wiesen auf die essentielle Rolle von Triesdorf für die Entwicklung der Biogas-Technologie und -Nutzung hin. Hier wurde bereits 1992 die erste Biogasanlage in Betrieb genommen, die als Musteranlage für ganz Deutschland wirkte und nun als Anschauungsobjekt in der Ausbildung genutzt wird. Die Ideenschmiede Triesdorf hat die Biogas-Thematik - insbesondere die Schnittstellen in den landwirtschaftlichen Bereich - seitdem konsequent weiterentwickelt. Ein neuer Höhepunkt wird sicherlich die Inbetriebnahme der neuen Biogasanlage in diesem Herbst sein. Diese deckt - gemeinsam mit einer Hackschnitzelanlage - den gesamten Wärme- und Strombedarf der Triesdorfer Bildungszentrum. Damit wird das Bildungszentrum energetisch autark. Glückwunsch, Triesdorf!

anlage2

Zwischen Donauwörth und Triesdorf

Auf der Strecke von Donauwörth nach Triesdorf (südlich von Ansbach) sieht man eine Vielzahl von Biogasanlagen. In Wechingen traf die Biogas-Tour auf die Fa. NQ Anlagentechnik, die mit 60 Mitarbeitern Biogasanlagen baut. Geschäftsführer Andreas Niederlöhner radelte dann mit dem Velomobil bis zur genossenschaftlichen Trocknungsanlage in Wechingen, wo im Minutentakt große Traktoren mit Mais beladen einfuhren. Dieser Rohstoff wird dann für die Erzeugung von Biogas eingesetzt. In Richtung Triesdorf, der nächsten Station, legte die Biogas-Tour einen kurzen Stopp in Unterschwaningen ein und besucht die Familie Spatz auf ihrer Biogasanlage.

empfang donauwörth

Tour-Empfang in Donauwörth

Bei herrlichem Sonnenschein empfing die Bundestagsabgeordnete Gabriele Fograscher (SPD) die Vertreter der Biogas-Tour auf dem idyllischen Fischerplatz. Frau Fograscher kennt das Biogasthema sehr gut, da es im Landkreis Donauries ein Vielzahl von Biogasanlagen gibt. Die Forderungen der Biogas-Tour nach Erhalt des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes und einem Gas-Einspeisegesetz will sie auf parlamentarischer Ebene sowie in den Gremien ihrer Partei voranbringen. Ihren Vorschlag, die Vorteile und Funktionsweisen von Biogas bei einer Info-Veranstaltung der Öffentlichkeit vorzustellen, wird der Fachverband Biogas gerne aufgreifen.

2. ETAPPE, DIENSTAG 8.9.2009

gruppe

Biogastour von Freising nach Donauwörth

Mit einem Frühstück in der Geschäftsstelle des Fachverbandes Biogas (Freising) ging's in den zweiten Tourtag. Dabei waren u.a. Präsident Josef Pellmeyer und der Freisinger Bürgermeister Rudolf Schweiger. Der erste Tagesfahrer, Manuel Maciejczyk, wurde vom gesamten Team des Fachverbandes auf ihren Rädern bis zum Ortsschild Freising begleitet.


Die Tour in Schrobenhausen

Um die Mittagszeit traf die Tour auf der Biogasanlage der Fa. Aufwind Neue Energien GmbH in Schrobenhausen ein. Bei einem Rundgang wird die aufwändige Technologie und die Prozessabläufe der Anlage erklärt.

Biogas in Mertingen

Weiter geht's in Richtung Mertingen, das 10 km südlich von Donauwörth liegt. Dort empfängt Familie Schweihofer (Fa. Benc) - mit Biogas-Betreibern und Poitikern aus der Region - den Tour-Tross. In seiner Begrüßung demonstriert Paul Schweihofer das Prinzip seiner Anlage, die sowohl organische Abfälle aus Kommunen und der Lebensmittelbranche als auch Grasschnitt und Mais für die Erzeugung von Biogas nutzt. Nach der Vergärung wird das Biogas im Blockheizkraftwerk "verstromt". Bisher kann Schweihofer nur einen Teil der Abwärme für den Betrieb seiner Fermenter nutzen, "da wir zuweit von den Wärmenutzern in Mertingen entfernt liegen". Er hofft allerdings, dass über ein neues Erneuerbares-Gas-Einspeisegesetz auch der Transport seines Gases hin zu Orten, wo Energie benötigt wird, möglich wird.


Diese Forderung der Biogas-Branche stellte Manuel Maciejczyk nochmals dem Bundestagskandidaten Ulrich Lange und dem Mertinger Bürgermeister Albert Lohner (beide CSU) vor.
Zum Tagesabschluss traf die Biogas-Tour in der herrlichen Stadt Donauwörth ein, wo es auf dem Fischerplatz ein sonnenverwöhntes Foto-Shooting mit der Bürgermeisterin Maria Bauer gab.

 

1. Etappe, Montag 07.09.2009

biogastag1_2

Biogasanlage Eggertshofen

Biogas kann's: MdB Axel Berg, Bundestagskandidat Uwe Dörnhöfer (beide SPD) und MdB Franz Obermeier (CSU) beim ersten Etappenziel der bundesweiten Biogas-Tour an der Biogasanlage in Eggertshofen Foto: Daniel Wieczorek

Anlässlich der Biogas-Tour wurde in Eggertshofen der offizielle Projektstart für eine neue Aufbereitungsanlage für Biogas gefeiert. Die Unternehmen Erdgas Südbayern und Stadtwerke München kooperieren hier mit dem Anlagenbetreiber Josef Pellmeyer, der als Präsident des Fachverbandes Biogas die Biogas-Tour eröffnet hatte. Im Rahmen des Projektes soll Biogas auf Erdgasqualität aufbereitet und dann in das Erdgasnetz von Erdgas Südbayern eingespeist werden. Die Stadtwerke München können das aufbereitete Biomethan dann ihren Kunden - z.B. für die Strom- und Wärmeerzeugung - zur Verfügung stellen. Das innovative Projekt soll als Leuchtturm für den Ausbau der Biogas-Aufbereitung in Bayern dienen. Die anwesenden Politiker unterstützen dieses Vorhaben. "Unser Ziel ist es, den Anteil von Biomethan im Erdgasnetz auf über 10 Prozent zu steigern", so MdB Franz Obermeier. Damit kann die starke Abhängigkeit von Erdgasimporten schrittweise verringert werden.

Fulminanter Auftakt der Biogas-Energie-Tour

Auftakt Marienplatz München

MdB Dr. AxelBerg (SPD), Kandidatin Judith Greif, MdB Johannes Singhammer (CSU) und MdB Dr. Rainer Stinner (FDP) bringen Josef Pellmeyer (Präsident Fachverband Biogas) auf die Strecke. Foto: Daniel Wieczorek

Nach dem fulminanten Auftakt der bundesweiten Biogas-Energie Tour auf dem Münchner Marienplatz sowie der großen Pressekonferenz im Münchner Rathaus, ist das außergewöhnliche Fahrzeug der Tour, das knallgelbe Velomobil, nun unterwegs nach Freising, Mertingen und Donauwörth. Gefahren wird es neben dem Präsidenten des Fachverbandes auch von den den einzelnen Mitgliedern der jeweiligen Regionen – unter dem Motto „Biogas kann`s“ wollen sie Vorteile und Potenziale der erneuerbaren Biogas-Energie in ganz Deutschland bekannt machen und den Erhalt des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes fordern.